Rösrather Flugschul-Unternehmer Klaus Martiny

ACC- PRESSEINFORMATION vom 19.3.2010

„Ohne Leidenschaft kann man nicht abheben“

Klaus Martiny, Geschäftsführer des Rösrather Familienunternehmens ACC Flug GmbH, geht regelmäßig in die Luft: Er zeigt Flugbegeisterten ihre Wunschlandschaft bei Rundflügen und bildet Privatpiloten aus. Damit hat sich der Flugschulunternehmer selbst einen lang gehegten Kindheitstraum erfüllt.

Schon als kleiner Junge hat er ihnen sehnsüchtig nachgeschaut: den Flugzeugen auf dem damaligen Flughafen Butzweilerhof, dem ersten zivilen Flughafen in Köln. Ganz in der Nähe ist Klaus Martiny aufgewachsen, mit dem Fahrrad ist er oft zu den Startbahnen geradelt. Ein Lebenstraum zeichnete sich ab: Er wollte selbst im Cockpit sitzen, doch dafür mangelte es an Zeit und Geld. Dass aus der heimlichen Leidenschaft schließlich ein Zweitberuf werden konnte, verdankt der gelernte Nachrichtentechnik -Ingenieur seiner Frau Doris Dapprich-Martiny. Sie plante einen Flugschul-Schnupperkurs als Geburtstagsgeschenk. Der angefragte Fluglehrer war ein Freund des Ehepaars und wusste um den lang gehegten Flugwunsch. Er riet daher, gleich aufs Ganze zu gehen. So wurde aus dem geplanten Schnupperkurs ein kompletter Lehrgang Theorie – unter der sengenden Sonne eines Spanienurlaubs. In nur zehn Tagen paukte Klaus Martiny fast rund um die Uhr Flugregeln, Flugtechnik, Navigation – eben das komplette Basiswissen. Die Begeisterung fürs Fliegen setzte ungeahnte Energien in ihm frei.
Nach bestandener Prüfung schrieb sich Klaus Martiny bei der Flugschule in Hahn ein. Wann immer ihm sein beruflicher Einsatz als Betriebsleiter bei einem großen Mobilfunkunternehmen die Zeit ließ, machte er sich auf den Weg in den Westerwald. Abends, an den Wochenenden oder auch während der Urlaubszeit.

Er verbrachte jede freie Minute im Cockpit einer Katana DV 20 oder Beech. Nicht immer konnte er wie geplant starten, manchmal spielte das Wetter nicht mit: „Beim Fliegen braucht es nun einmal die Leidenschaft, die Emotion und Begeisterung, da nimmt man dann auch einigen Unbill in Kauf. Hätte meine Frau mir nicht den Rücken gestärkt, ich hätte meine Ziele niemals so schnell erreichen können,“ resümiert der Rösrather Unternehmer.

Vom Flugschüler zum Fluglehrer

Doris Dapprich-Martiny war 2005 auch die treibende Kraft bei der Gründung der ACC-Flugschule mit Sitz in Sankt Augustin/Hangelar. Anfangs beschränkte sich das Geschäft auf die Vercharterung der schuleigenen Maschinen. Denn Klaus Martiny flog erst einmal kreuz und quer über Deutschland, von der Nordsee zur Ostsee und bis zu den Alpen, um Flugstunden zu sammeln, aber auch Flugerfahrung in allen Lagen. „Vor allem im Sommer bin ich fast jeden Abend nach Dienstsschluss in die Luft gegangen. Über meinem Schreibtisch in Bonn ist die Einflugschneise zum Flughafen Hangelar, so ist meine Flugleidenschaft eigentlich immer präsent,“ verrät Klaus Martiny – und ist froh von seinen Vorgesetzten stets Unterstützung zu erhalten.

Er fliegt oft die gleichen Strecken, doch jedes Mal ist er erstaunt, dass er noch Neues entdeckt. Im Winter sind Felder und Wege plötzlich unter einer Schneedecke verschwunden, die Sonnenstrahlen bringen die Eiskristalle zum Glitzern. Im Frühjahr wirkt alles wie mit zartem Pinselstrich versehen, im Sommer herrschen satte Grüntöne vor und das Licht im Herbst fängt den Zauber der leuchtenden Wälder ein.

„Die Maschine verhält sich auf jedem Flug anders, sodass immer neue Herausforderungen warten“, weiß Klaus Martiny. Seit seinen ersten Flugstunden geht er mit viel Respekt in die Lüfte: „Die Winde sind immer anders, die Thermik verändert sich und ich starte nur, wenn ich es voll verantworten kann. Deshalb habe ich auch noch nie kritische Situationen erlebt.“

Ungewöhnliche Flugerfahrungen über der Wüste Namibias

Sein schönstes Flugerlebnis hatte Klaus Martiny in Namibia. Wieder war es ein Geburtstagsgeschenk, dass ihn nach Windhoek führte. Dort besorgte er sich eine namibische Fluglizenz, und nahm zusammen mit einer Safety Pilotin Kurs auf die Skelettküste. Um eine Lizenz zum Alleinflug zu erhalten, hätte er zu lange warten müssen. „Im Nachhinein war ich froh, dass ich von einer Ortskundigen begleitet wurde. Man fliegt dort ganz anders“, erinnert sich Klaus Martiny. „In Deutschland sind wir jede Menge navigatorische Hilfsmittel gewohnt, das ist in Namibia nicht der Fall. Auch die Umsetzung der Flugregeln findet bei weitem nicht in dem Maße statt wie hier.“ Atemberaubend fand er vor allem den Kontrast zwischen den brandenden Fluten des atlantischen Ozeans und dem endlos starren Wüstensand, aus dem die berühmten roten Dünen steil aufragen. „In den Mittagsstunden kann man da kaum fliegen, es ist zu heiß und man fühlt sich wie auf einem Rodeopferd: Die Maschine bockt und macht wilde Luftsprünge“, erzählt Klaus Martiny lachend. Deshalb seien die Morgen- und Abendstunden ideal, vor allem Segelflieger fänden hier paradiesische Verhältnisse in punkto Thermik. Als „Buschpilot“ musste er ohne Landepisten mit Asphalt auskommen und stattdessen auf Steppenpisten landen, inmitten grasender Zebras, Antilopen oder Streifengnus.

Doch auch das erweitert eben wieder die eigene Flugerfahrung. „Einmal haben wir bei unserem Flug entlang der Küste dichte rosa Wolken entdeckt: Das waren Hunderte von Flamingos,“ schwärmt der Fluglehrer und Pilot noch heute. „An der Skelettküste haben wir unzählige Seelöwen gesichtet. Dazwischen jahrhundertealte Schiffswracks, die vom Diamantenrausch einstiger Seefahrer zeugen.“ Es ist das nicht zu beschreibende Gefühl von Freiheit, Weite und der Blick von oben auf eine immer wieder schöne und zerbrechlich wirkende Landschaft, die Klaus Martinys Leidenschaft bei jedem Flug neue Nahrung gibt.

Ein Flugzeug steuern lernen schult die ganze Persönlichkeit
All das versucht er auch seinen Flugschülern zu vermitteln, doch oft braucht es keine Worte, denn beim intensiven Kontakt während der vielen gemeinsamen Flüge erlebt der Fluglehrer stets aufs Neue hautnah: Nicht nur das fliegerische Können reift von Flugstunde zu Flugstunde, sondern immer auch die gesamte Persönlichkeit.

 
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